Förderkreis der Kirchengemeinde Am Groß-Glienicker See

Liebe Leserin,  lieber Leser,

 

Die Schilfdachkapelle „Zum guten Hirten“ in Kladow steht zwar in keinem Berliner Reiseführer, ist aber dennoch ein wichtiges Baudenkmal für einen Teil der deutsch-deutschen Geschichte, der nicht in Vergessenheit geraten darf.

Als die Grenze zwischen Berlin und seinem Umland zu einer Staatsgrenze geworden war, wurden die im Berliner Gemeindegebiet wohnenden Mitglieder der Kirchengemeinde Groß Glienicke von den in Groß Glienicke selbst lebenden getrennt. Engagierte Gemeindemitglieder aus Groß Glienicke ergriffen die Initiative und liefen von Behörde zu Behörde, um die Genehmigungen für den Bau eines kirchlichen Gebäudes im Berliner Gemeindegebiet, politisch gesehen im Land des Klassenfeindes, zu erlangen.

Nachdem dies gelungen war, wurde in mühevoller Kleinarbeit ein Großteil des Baumaterials (wie das Holz für den Dachstuhl oder das Schilf für die Dachdeckung, ebenso die Glocke) als „Interzonentransport“ über die Grenze nach Berlin-West gebracht

Am 26. April 1953 konnte die Schilfdachkapelle eingeweiht werden. Es war ein architektonisches Kleinod geschaffen worden, das mehr als nur ein Raum für Gottesdienste war und ist. Sie ist ein Zeugnis für einen vor über 50 Jahren praktizierten „Aufbau West“, für einen Ost-West-Transfer, der ohne staatliche Anordnung und ohne staatliche Unterstützung gelang. Entscheidend war vielmehr die persönliche Bereitschaft, anderen zu helfen.

Die zur Verfügung stehenden Kirchensteuermittel für die bauliche Unterhaltung reichen nicht aus, die Besonderheiten eines solchen Gebäudes - zum Beispiel sein Schilfdach - dauerhaft zu sichern. Im Jahre 1985 wurde daher ein Förderkreis gegründet, um finanziell mitzuhelfen, das Bauwerk zu erhalten. Darüber hinaus will der Förderkreis die vielfältigen gemeindlichen Aufgaben tatkräftig begleiten.

Wir bitten Sie, ähnlich wie damals unsere Groß Glienicker Nachbarn, anderen zu helfen. Bereits mit einem monatlichen Mindestbeitrag von 3 € können Sie Mitglied werden und mithelfen, dass dieses Denkmal gelebter Solidarität, unsere Schilfdachkapelle, gehegt und gepflegt werden kann.

Wir hoffen auf Ihre Mithilfe.  

 

Der Vorstand