Ev. Kirchengemeinde Am Groß-Glienicker See

Blog: Unterm Schilfdach

An dieser Stelle schreibt Pfr. Alexander Remler regelmäßig über das Gemeindeleben der Schilfdachkapelle. 

 

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Di 11.5.21, 11:17: Kinder sind in der Pandemie am wenigsten gefährdet, aber mit am stärksten betroffen. Ich stehe gerade in der Küche, als ich im Radio höre, wie Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes, sagt: „Kinder werden seit Monaten diskriminiert.“ Hm, überlege ich, starke Worte. Doch: Kinder sind die am häufigsten getestete Bevölkerungsgruppe. An den Schulen besteht Pflicht. In der Wirtschaft nicht. Warum? „Was Kinder anbetrifft, hat unsere Regierung versagt“, meint Peter Dabrock, ehemaliger Vorsitzender des Ethikrates. Und mir fällt ein, wie gerade erst Familien aus Urlaubsregionen ausgeschlossen worden sind, aber zeitgleich – „um den Sommer zu retten“ – der Impfabstand für hauptsächlich Ältere verkürzt wurde. „Erst impfen sie ihre Wähler, jetzt privilegieren sie ihre Wähler“, sagt ein Vater aus unserer Kita heute zu mir. Wirklich? Leider können wir uns als Kirchengemeinden nicht wirklich  auf die Schulter klopfen. Auch bei uns müssen Kinder auf vieles verzichten. Aber umso mehr freue ich mich auf die nächsten Tage. Vor uns liegen gleich mehrere Konfi-Einheiten. Außerdem feiern wir an Christi Himmelfahrt um 10.30 Uhr vor der Dorfkirche Familiengottesdienst. Und für Sonntag bereiten Jugendliche den Gemeindegottesdienst um 11 Uhr vor der Schilfdachkapelle vor, in dem mehrere Konfis getauft werden. Herzliche Einladung also, wenn es bei uns heißt: „Kinder zuerst“.

So 9.5.21, 13:18: Das war für mich heute auch eine Premiere. Ein  Gottesdienst, ganz im Zeichen des Muttertags. Im Rückblick würde würde ich nun sagen: Schön war es. Und noch dazu gut besucht. Deutlich mehr Besucher waren diesmal allerdings draußen auf dem Vorplatz als drinnen in der Schilfdachkapelle. Nun, kein Wunder bei diesem Wetter. Bei Sonnenschein und 25 Grad waren trotz vieler Feiertagsausflüge heute wieder mehr als 70 Besucher dabei. In der Predigt wurde es heute persönlich. Für viele auch emotional. Mutterbeziehungen war das Thema – und was Kinderglauben und erwachsene Gottesbeziehungen damit zu tun haben könnten. Apropos Kinderglauben: Die Kinder haben sich in der „Kirche im Wald“ ebenfalls mit Müttergeschichten in der Bibel beschäftigt. „Dazu haben wir Sonnenblumen in Eierkartons gepflanzt und eine aufklappbare Blume gebastelt, die wir mit Segenssprüchen versehen haben“, so Lekanka Gaiser, unsere Beauftragte für die Arbeit mit Kindern. Besonders gefreut habe ich mich, dass uns Brigitte und Rüdiger Ahlfeldt zahlreiche in Heimarbeit entstandene Kerzenherzen aus Holz zur Verfügung gestellt haben. Nach dem Gottesdienst hat Peggy Trommer sie gegen eine Spende ausgegeben. Ihre Beobachtung: Der eine oder andere war doch erleichtert, noch auf den letzten Drücker einen so schönen Muttertagsgruß bekommen zu haben. In diesem Sinne: Allen einen gesegneten Muttertag!

Fr 7.5.21, 10:42: „Mütter“, ein kurzes Wort nur, sechs Buchstaben, und doch die ganze Welt der Gefühle. Sonntag ist Muttertag. Aber diesmal ist manches anders. „Ich wünsche mir keine Blumen, sondern einen Impftermin“, sagt mir heute Morgen vor der Schule eine Mutter. Sie lacht. Und ich denke: Schön, wenn man trotzdem lachen kann. Also wollen auch wir mit guter Laune am Sonntag einen Gottesdienst zum Muttertag feiern. In den Lesungen wird es um Müttergeschichten aus der Bibel gehen, in der Predigt um Mütter im Allgemeinen und um eine Mutter im Besonderen. Apropos, sie ist oben auf dem Foto zu sehen. Es ist meine Mutter. Mal schauen, wie das wird. Das Wetter soll auch mitspielen, 26 Grad sind angekündigt. Und das möchte ich gerne glauben, wenn ich aus dem Fenster schaue. Gerade schneit es wie verrückt… Manfred Gummi überträgt jedenfalls nach draußen. Michael Hoeldke begleitet den Gottesdienst musikalisch. Julia Grieb ist Lektorin. Angeli Wicke hat Kirchdienst. Lekanka Gaiser hat sich eine schöne  Kinderaktion ausgedacht. Peggy Trommer ist mit Neuzugängen aus der „Kollektion Schilfdach“ dabei. Ach so, und wer noch ein Mitbringsel für den Muttertag braucht – da hätten wir was aus Holz und in Herzform. Aber ich verrate noch nicht, was es ist. Herzliche Einladung!

Di 4.5.21, 10:41: Der Blick am Morgen auf die Waage hat mir kürzlich eine unschöne Erinnerung verschafft. An das vergangene Jahr, als ich dachte: Der Sommer ist zwar schön, aber er kommt sieben Kilos zu früh. Nein, das passiert mir nicht noch mal, habe ich deshalb beschlossen. Und heute gleich nach dem Aufstehen mit Liegestützen begonnen. Aber, nun, was soll ich sagen? Liegen kann ich, Stützen nicht. Das ist die Lage, und die Lage ist nicht schön, dachte ich, während im Hintergrund über die Weltlage im Radio gesprochen wurde. Und ich mich weiterhin mit zitternden Armen in Schieflage befand. Welche Beschlusslage das nun haben sollte, war mir nicht klar. Jedenfalls befreite mich aus dieser Gemengelage zum Glück eine Stimme aus der Küche: „Papa, Frühstück.“ So ähnlich muss sich der Prophet Elia gefühlt haben, als er müde und erschöpft in der Wüste lag, bis ihn eine Stimme rief: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ Plötzlich stellte sich meine Lage auch ganz anders dar. Ich stand auf und dachte über meinen Weg durch den Tag nach. Da würde mir Stärkung ebenfalls gut tun. Und ein Blick aus dem Fenster sagte mir: Der Sommer lässt sowieso noch auf sich warten.

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