Ev. Kirchengemeinde Am Groß-Glienicker See

Blog: Unterm Schilfdach

An dieser Stelle schreibt Pfr. Alexander Remler regelmäßig über das Gemeindeleben der Schilfdachkapelle. 

 

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Fr 30.7.21, 10:29: Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich gerade erst aus dem Urlaub zurück bin. Aber mir geht einfach nicht aus dem Kopf, was angeblich „Modetrend des Sommers“ sein soll:  Die „Short Shorts“, meine ich, die „richtig kurze Hose“. Zurzeit allerorten zu sehen, an der Adria wie an der Côte d’Azur, in den Pinten von Palma wie in den Kafenia von Kreta. Und ich rede hier von Männermode, damit keine Missverständnisse aufkommen. Der „Thigh Summer“ ist der „Sommer des entblößten Männerschenkels“. Und damit sind wir schon beim Gottesdienst am Sonntag. „Wie viel Bein darf’s sein?“, steht als Frage über der Predigt. Und ich suche noch nach einer Antwort in der Bibel, wo die Hose als solche höchstens eine Nebenrolle spielt. Natürlich gibt es das bunte Kleid von Josef und den Mantel aus Kamelhaaren von Johannes, aber Hosen? Nur eins weiß ich schon jetzt: Sommerlich leicht soll der Gottesdienst werden. Das beginnt schon bei der Eingangsmusik, die von einem gewissen „Girl from Ipanema“ erzählt. Und den Klassiker von der Badehose, die eingepackt werden soll, wird Michael Hoeldke ebenfalls spielen. Lektorin ist Angelika Fiukowski. Katrin Buchholz baut unter den Eichen die Lautsprecheranlage auf. Los geht es „drinnen & draußen“ um 11 Uhr. Sommerlich herzliche Einladung!

Di 27.7.21, 8:34: Eigentlich ist nach meinem Urlaub alles wie vorher. Nur ganz anders. Gestern, am ersten Arbeitstag, bleibe ich nicht lange im Büro. Ich laufe mit einer Adressliste durch unsere Gemeinde und klingle an fremden Haustüren. Einmal öffnet ein freundlicher Familienvater. Er sagt: „In der Kirche zu sein war für mich irgendwann nur noch wie das Abo einer Zeitung zu haben, die ich schon lange nicht mehr lese.“ Deshalb die Entscheidung: Kirchenaustritt. Das tut weh. Jeder Austritt tut weh. Bei rund 1.800 Mitgliedern, die wir zurzeit haben. Eigentlich zu wenig. Die allermeisten Menschen, die austreten, kenne ich nicht. Deshalb war ich gestern unterwegs und habe mir „Austrittsgeschichten“ angehört. Gleich nach dem Urlaub, bevor der Alltag keine Zeit mehr lässt. Gehört habe ich, dass es selten einzelne Anlässe sind, die zum Austritt führen, sondern eher  schleichende Prozesse der Entfremdung sind. Ich bedaure das sehr, erlebe ich doch immer wieder, nicht nur bei Trauungen, Trauerfeiern oder Taufen, auch im Gemeindealltag, wie wichtig wir als Kirche für viele Menschen sein können. Für mich heißt das, weiter Neues auszuprobieren. Und mir fällt ein Spruch aus dem Urlaub ein: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Schön ist es, wieder da zu sein.

Fr 25.6.21, 9:30: Heute Morgen, kurz nach sechs. Ich stehe in der Küche und frage mich: Bin ich wirklich schon wach? Meine Kaffeemaschine spricht nämlich mit mir. Mit ihrer Espressostimme sagt sie auf Kaffeemaschinisch: „Rööh bssbss röööööööööh.“ Wie bitte? Ich verstehe erst nicht so recht. Bis mir brühend heißer Kaffee über die Hand läuft. Da weiß ich, sie wollte sagen: „Wie wär’s mal, eine Tasse hinzustellen?“ Ach, Mist. Ich wische den Kaffeesee auf der Küchenzeile weg und denke: Ich bin wirklich urlaubsreif. Für einen Moment fühle ich mich so, wie ich mir die Freunde von Jesus im Markusevangelium vorstelle. Sie haben viel gearbeitet. Manchmal so viel, dass sie „nicht Zeit genug zum Essen“ hatten. Und Jesus sieht sie an und sagt ihnen milde: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig.“ Oder anders: Jetzt ist gut, macht mal Urlaub. Für mich beginnt nun auch eine dienstfreie Zeit. Und ich versuche diesen biblischen Gedanken mitzunehmen. Und die Aufforderung von Peter Lustig, dem Fernsehmoderator von „Löwenzahn“. Wie er am Ende seiner Sendungen seine Zuschauer immer verabschiedet hat: „Und jetzt: Abschalten, bitte!“ Das wünsche ich uns allen: Abschalten, Auftanken – und dann sehen wir uns wieder. Bis dahin schöne Ferien und Gottes reichen Segen.

Mo 21.6.21, 10:02: Hallo Sommer, so lautete gestern das Motto am Groß Glienicker See. An den Badestellen sowieso. Aber auch im Bootshaus Kladow. Hier waren mehr als 250 Besucher zum Seegottesdienst gekommen. Und das bei Temperaturen von über 30 Grad. Nein, das war nicht einfach nur „warm“, das war ein regelrechter „Tsuwarmi“. Und doch: So viel gute Laune überall. Das war eindrucksvoll. Sonne, Strand und Seetaufen – mit diesem Dreiklang haben wir die dunklen Monate hinter uns gelassen. Und den Blick nach vorne gerichtet. Auf das Dolcefarniente und das süße Nichtstun in den Sommerferien – hoffentlich können das viele Familien so erleben! „Dein Wort ist süßer als Honig“, steht in der Bibel. Dazu haben wir die Geschichte von Johannes dem Täufer erzählt, der gerne wilden Honig gegessen hat. Und so waren auch die Kinder gestern fleißig wie Bienen, haben Bienenkarten mit Fingerabdrücken gestaltet und Kerzen aus Bienenwachs hergestellt. Schließlich haben sie am See gestanden und Seifenblasen für die sieben Täuflinge in die Luft steigen lassen. Wunderschön. Gestern waren so viele Menschen am Gottesdienst beteiligt, dass ich gar nicht erst anfange, alle aufzuzählen. Doch hier wenigstens: Vielen Dank für alle Vorbereitung und diese kreative Gestaltung! Es hat sich gelohnt, finde ich. Es war einfach nur… Sommer.

Sa 18.6.21, 10:14: Alle Jahre wieder, kurz vor den Sommerferien, ziehe ich für einen ganz besonderen Gottesdienst die Flip-Flops an. Die schwarzen Lederschuhe dürfen dann ausnahmsweise zu Hause bleiben. Dafür reicht eine Badehose unter dem Talar vollkommen aus. Ich gebe zu, so richtig pfarrermäßig sieht das alles nicht aus. Aber ich gehe in diesem Aufzug auch nicht in die Kirche, sondern an den Strand. Zum Bootshaus Kladow, um genau zu sein. Denn dort feiern wir einen regionalen Familiengottesdienst mit Seetaufen im Groß Glienicker See. Für mich ist der Gottesdienst rund um den Gedenktag von Johannes den Täufer ein Highlight des Kirchenjahres. Am kommenden Sonntag, am 20. Juni, ist es um 10.30 Uhr wieder soweit. Flip-Flops und Badehose liegen bereit. Der Posaunenchor ist nach langer Zeit wieder mit dabei. Michael Hoeldke und Sarah Dallimore begleiten den Gottesdienst ebenfalls musikalisch. Merle Remler und Lekanka Gaiser haben wundervolle Johannes-Aktionen für die Kinder vorbereitet. Und der Kollege Nicolas Budde und ich gehen mit Talar und Beffchen für sieben Kindertaufen ins Wasser. Das wird ein Spaß – bunt und fröhlich. Und genau so wollen wir vor der Sommerpause die dunklen Monate verabschieden, die hinter uns liegen. Der Wetterbericht sagt 35 Grad und Sonne voraus. Herzliche Einladung!

Do 17.6.21, 10:00: „Tische und Stühle raus, wir müssen reden.“ Das war in den vergangenen Jahren stets das Motto vom „Tag der offenen Gesellschaft“, den wir auch an der Schilfdachkapelle immer kurz vor den Sommerferien gefeiert haben. „Fröhlich für eine offene Gesellschaft zu demonstrieren, das hat mich von Anfang an begeistert“, sagt Anja Helm, die sich bei uns mit Reinhard Schütz für den „TdOG“ engagiert. Und ich freue mich, dass wir auch diesmal diesen Feiertag für Vielfalt, Zusammenhalt und Demokratie veranstalten können. Ein Planungsteam mit unseren Nachbargemeinden aus den Dorfkirchen Kladow und Groß Glienicke hat schon vor Wochen eine wundervolle Idee ausgearbeitet. Und die geht so: Am Samstag, 19. Juni 2021, sind alle Interessierten zwischen 13 und 16 Uhr zu einem Spaziergang zum Mauerdenkmal am Nordufer des Groß Glienicker Sees eingeladen (Gutsstraße/Am Park 14B). Benötigt werden Stift, Papier und ein wacher Blick. Ja, und dann? „Dann lassen Sie sich berühren von dem, was Ihnen auf dem Weg begegnet“, erklärt Anja Helm, „und das Eindrücklichste halten Sie fest, indem Sie es abpausen.“ Am Mauerdenkmal entsteht aus allen Bildern schließlich eine Collage für Vielfalt und Verbundenheit. So einfach und so wunderbar – toll! Das können und wollen wir als Kirchengemeinde aus ganzem Herzen unterstützen.

Mi 16.6.21, 10:28: Alle drei Monate fährt der Paketbote bei uns am Gemeindehaus mit Schlecht-Wetter-Laune vor. Er hat dann schon morgens die neue Ausgabe unseres Gemeindemagazins in sein gelbes Postauto laden müssen. Und das heißt: 3.500 Exemplare, 450 Kilogramm, 26 schwere Kartons. Gestern Vormittag war es wieder soweit. Unser Kirchwart Valerij Janke stand mit der Sackkarre bereit, um wenigstens beim Ausladen zu helfen. Und auch Manfred Gummi und Reinhard Schütz waren gekommen, um die Tüten für die Austragenden vorzubereiten. In unserem druckfrischen Südwind lautet die Überschrift für den Schwerpunkt über Natur und Umwelt: „Alle nach draußen!“ Heike Luther erzählt, warum sie seit 40 Jahren morgens um sieben im Groß Glienicker See schwimmen geht. Hermann Brämer berichtet von russischen Soldaten bei Pilzexkursionen in die Döberitzer Heide. Tabea Kunkel ruft zum Schutz unseres Planeten auf. Und Renate und Knut Wenzel, von Emily Roux für den Titel fotografiert, erzählen von Brücken, Bahnhöfen und 200 Metern Schienen in ihrem „Eisenbahn-Garten“. Auf den Gemeindeseiten stellen sich unsere Freiwilligen Leoni Rademacher und Lennart Aurich vor. Und auch sonst gibt es viel zu berichten. In den nächsten Tagen wird der Südwind in die Briefkästen verteilt. Auf unserer Internetseite  steht er jetzt zum Download bereit. Viel Spaß beim Lesen!

Mo 14.6.21, 8:47: Zwei Samstage, drei Openair-Gottesdienste – und insgesamt 49 konfirmierte Jugendliche. Das waren die Konfirmationen in diesem Jahr. Und einige Erinnerungen werden mich noch lange begleiten: an Sonne und Regen, an glückliche Gesichter und schöne Momente, aber auch an die Störversuche versprengter „Querdenker“. Vorgestern im Gemeindegarten an der Dorfkirche waren wir gerade dabei, Leonard Cohens „Hallelujah“ zu singen. Die Textzeile: „But you dont really care for music, do you?“ Plötzlich waren von der Straße laute Rufe und Störmusik zu hören. „Was soll denn das?“, haben sich viele gefragt. Ich mich auch. Die Auflösung: Kladower Wutbürger wollten mit ihrem „Schildbürgerstreich“ die Konfirmationen stören. Nicht im Ernst, habe ich erst gedacht. Und denke es immer noch. Peinlich und ärgerlich finde ich diesen Versuch, ein unbeschwertes und wichtiges Familienfest zu stören. Immerhin konnte uns anschließend nichts mehr aus der Ruhe bringen. Auch nicht der Platzregen, den wir im Gottesdienst vor der Schilfdachkapelle hatten. Kurz nach dem Taufevangelium wurden die Regenschirme aufgespannt. Aber wir haben, etwas improvisiert, einfach weiter gemacht. Manche Frisur hat gelitten, manches Sommerkleid wurde nass. „Aber Glaube muss sich eben auch bei Wind und Wetter bewähren“, meinte hinterher ein Vater lachend. Recht hat er – und unvergesslich wird diese Regen-Konfirmation auch bleiben.

Fr 11.6.21, 10:01: Eine Sache war für mich bisher immer sonnenklar: Sommer ist, wenn ich die Adiletten aus dem Schrank hole und mit einem Badetuch zum Groß Glienicker See schlendere. Aber gestern fängt mich meine Tochter schon am Gartenzaun ab: „Woran erkennst du, dass der Sommer begonnen hat?“ Ich schaue zu meinen Füßen. Sie stecken in Lederschuhen. Das kann sie nicht meinen. Jetzt müsste irgendwas Elternmäßiges kommen, denke ich. Aber sie ist schneller: „Wenn der Holunder blüht.“ Ich schaue mich um. Wie sieht Holunder noch mal aus? Gleich neben uns steht ein Strauch voller Kelchblüten. Er riecht entfernt nach Limonade, nach Holunder-Limonade. Moment, das muss Holunder sein! Ganz begeistert von meiner logischen Deduktion hätte ich beinahe gesagt: „Und wusstest du, dass die Krippe des Jesuskindes aus Holunder gefertigt worden sein soll?“ Denn Sommer ist auch, wenn ich alles mögliche aufzublasen beginne: Planschbecken, Luftmatratzen – und mich selbst. Aber ich schlucke die Bemerkung hinunter. Und freue mich über den Sommer. Apropos, Samstag feiern wir die Konfirmation von 34 weiteren Jugendlichen. Sonntag aber findet nur in Kladow ein regionaler Gottesdienst statt – um 10 Uhr mit Pfr. Nicolas Budde in der Dorfkirche. Ich habe dienstfrei. Und wer mich sucht: Ich bin dann mit Adiletten in Wassernähe.

Di 8.6.21, 13:54: Mehr als ein Jahr lang hat es gedauert. Aber heute war es auch für mich endlich wieder soweit: Gottesdienst im Seniorenheim. Und das war schön und gut besucht noch dazu. Mehr als 25 Bewohner waren in den „Großen Saal“ vom Haus Ernst Hoppe gekommen. Die meisten im Rollstuhl. So wie eine Dame, die mir gleich sagte: „Ich bin doch eine Pastorentochter aus Ostfriesland, da muss der Gottesdienst einfach sein.“ Mein katholischer Kollege Johannes Motter und ich hatten Seifenblasen dabei. Wir ließen sie in allen Farben des Regenbogens glitzern. Lächeln auf den Gesichtern ringsum. „Schöööön“, rief eine unserer Besucherinnen, die noch keinen Gottesdienst verpasst hat und sich immer als „Engel ohne Flügel“ vorstellt. Es waren kostbare Augenblicke, die wir geteilt haben. Nach anderen wertvollen Augenblicken haben wir gefragt. „Die Geburt meiner Tochter“, „Hochzeit“, „Das Lächeln meiner Kinder“. Und mir war, als würde in diesem Moment das Sonnenlicht besonders schön auf unseren improvisierten Altar scheinen. Wir alle, die wir heute Vormittag zusammen waren, wissen, dass trübe Tage von ganz alleine wieder kommen. Umso wichtiger aber, die schönen Tage zu loben. Und so spielte Michael Hoeldke am Ende: „Nun danket alle Gott.“ Nach der Sommerpause findet der Gottesdienst im Seniorenheim wieder monatlich statt.

So 6.6.21, 12:59: Stimmungsvoll, festlich – und immer den Blick nach vorne gerichtet: So ungefähr war für mich der Dreiklang dieses Wochenendes. Stimmungsvoll ging es gleich am Freitagabend los mit dem Nachtgebet der Jugendlichen. Mit Kerzen, Lagerfeuer und lauter Musik – der „Besten Zeit“ von Sido. Und den Fragen aus dem Lied: „Was wollt ihr seh'n? Was erleben? Sagt, wo wollt ihr hin?“ Unsere Jugendlichen wollten am Samstag jedenfalls hin zu den ersten Konfirmationen des Jahres. Festlich war es also im Gemeindegarten im Dorf. Die Predigt hatten unsere Konfis vorbereitet. Es ging um ihre „Lieblingsorte“. Dazu sagte unsere Vorsitzende Inge Kronfeldt in ihrem Grußwort: „Gott hat übrigens auch einen Lieblingsort, und der ist direkt in euren Herzen.“ Diesen Gedanken fand ich ganz wundervoll. Heute haben wir im Gottesdienst in der Schilfdachkapelle den Blick nach vorne gerichtet: Es ging um Zukunft. Und um das radikale, spontane Zeitverständnis, von dem die Bibel berichtet: „Das Reich Gottes beginnt mitten unter euch.“ Dass die Zukunft im Hier und Jetzt beginnt, hat auch Peggy Trommer einmal mehr deutlich gemacht. Für die „Orgel-Lounge“ auf der Empore hat sie erste Sitzkissen angefertigt. Gemütlich sind sie – und wie! Daher ist mir klar, wo ich in Zukunft viele Stunden verbringen werde. Schönen Sonntag!

Fr 4.6.21, 10:12: Nein, das kann Helmut Schmidt nicht gewollt haben. Der Alt-Kanzler, der auf eine Frage, die ihm partout nicht gepasst hat, einmal ziemlich patzig reagierte, weshalb nun jeder, der von „Visionen“ redet, mit der Antwort rechnen muss: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Aber: Ich finde, dass die Zeit, in der wir leben, eine wunderbare Zeit für Visionen ist. Für Überlegungen, welche Weichen wir für die Zukunft stellen wollen – und welche nicht. Und so fragen wir am Sonntag im Gottesdienst: „Wo, bitte, geht’s zur Zukunft?“ Für mich passt es gut, dass mir meine Wetter-App für Sonntagvormittag sagt: 26 Grad und Regen. Ja, was denn nun, möchte man antworten, gutes Wetter oder nicht? Na, wir werden erleben, was die nahe Zukunft bringt. Apropos nahe Zukunft: Das ganze Wochenende hat es in sich für die beiden Kladower Kirchengemeinden. Schon heute Abend findet um 21 Uhr in der Dorfkirche das „Nachtgebet für Jugendliche“ statt, morgen feiern wir die ersten Konfirmationen des Jahres, und Sonntag, wie gewohnt, um 11 Uhr den Gottesdienst „drinnen und draußen“. Ich bin gespannt, wie die Kinder an ihrer Zukunft bauen – mit Lekanka Gaiser in der Kinderkirche an der „Kirche im Wald“. Ich freue mich auf das, was kommt!

Di 1.6.21, 9:45: Die Zeit, in der die Pandemie die ganze Aufmerksamkeit beherrscht hat, neigt sich langsam dem Ende zu. Ein Glück. Dafür rückt nun eine andere Frage in den Vordergrund: Wie kann der Neustart gelingen? Auch bei uns. Umso schöner, dass sich in den beiden Kladower Kirchengemeinden zwei Jugendliche entschieden haben, bei uns einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Beide kommen aus unserer regionalen Konfi- und Teamer-Arbeit. Leoni Rademacher wird dabei eher unterm Schilfdach zu finden sein. Im September beginnt sie aller Voraussicht nach ihren zwölfmonatigen Dienst. Leoni ist 17 Jahre alt und schon lange ehrenamtlich aktiv. „Ich habe gerade meine letzten Abiturprüfungen hinter mir, bald mache ich meinen Führerschein“, erzählt sie. „Aktuell weiß ich noch nicht, was ich studieren möchte, deshalb nehme ich mir ein Jahr lang Zeit, um erste Berufserfahrungen zu sammeln.“ Dabei ist Leoni der Kontakt zu anderen Menschen wichtig. „Das lässt sich wunderbar in meiner Gemeinde, mit der ich mich sehr verbunden fühle, vereinbaren.“ Und ich freue mich sehr auf diese Zeit. Und beinahe ebenso sehr freue ich mich, dass alle Kosten für den Bundesfreiwilligendienst durch mehrere Großspender gedeckt werden konnten. Deshalb einen ganz herzlichen Dank an Martina und Joachim Weiß, an Silke Blau und Torsten Birlem sowie an Gerhard Weinert!

So 30.5.21, 20:31: Heute, Trinitatis. Und: Viel los rund ums Schilfdach. Das fing schon am Morgen an, mit der Vorbereitung auf den Gottesdienst. Sonnenschein und blauer Himmel. Und Manfred Gummi, unser Mann für die Technik, sagt zu mir: "Wenn wir heute ganz nach draußen gehen, sag mir bitte mindestens eine Viertelstunde vorher Bescheid." Aber nein, wir feiern "drinnen und draußen", wie immer, dachte ich. Nur: Fünf Minuten vor dem Läuten war noch immer keiner in der Kapelle, dafür 60 Besucher unter den Eichen. Hm, was nun? Doch alles draußen, im Freien. Danke, Manfred, dass du die Technik in aller Schnelle zum Laufen gekriegt hast. Und: Tut mir Leid. Apropos, um Entschuldigungen ging es auch im Gottesdienst. Und Lekanka Gaiser hat später erzählt, dass auch in der "Kirche im Wald" dazu etwas Entscheidendes gesagt worden ist. Am Rande einer Farb-Wasser-Aktion haben die Kinder darüber gesprochen, was es nach einem Streit braucht, um sich zu vertragen. "Man muss miteinander reden." Genau. Um Versöhnung und Verständigung ging es auch am Nachmittag beim Friedensgebet. Mehr als 80 Besucher und Gruppen wie die "Omas gegen rechts" waren dazu in die Dorfkirche gekommen. Im Anschluss daran blieben alle noch zur Mahnwache zusammen, um sich einzusetzen für Toleranz und ein friedliches Miteinander – gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Ich wünsche allen noch einen schönen Sonntagabend!

Fr 28.5.21, 10:56: Kommt es mir eigentlich nur so vor, oder sind öffentliche Entschuldigungen wirklich gerade schwer in Mode? Vielleicht war es Angela Merkel, die mit der Rücknahme der geplanten „Osterruhe“ unbeabsichtigt den Anstoß dazu gegeben hat. Jedenfalls fallen mir seither spontan ein: Annalena Baerbock und Cem Özdemir, Jens Lehmann und Dennis Aogo, Karl Lauterbach und Boris Palmer. Allen gemeinsam ist der Versuch, öffentlich einen Fehler einzugestehen. Auch wenn ich mich dabei meist eher an die „Kunst, es nicht gewesen zu sein“ von Odo Marquard erinnert fühle. An den Aufsatz von 1973, gerade ziemlich aktuell. Was also tun, wenn etwas schief geht? Das ist die Frage auf der großen Bühne, aber auch eine, die zu Hause, im Privaten, eine gewisse Rolle spielt. Deshalb haben wir den Gottesdienst am Sonntag überschrieben mit: „Schuldigung.“ Wie aus der alten Frage nach dem gerechten Gott die aktuelle Frage nach dem gerechten Menschen werden konnte, darum wird es gehen. Ich freue mich auf Sonntag: Christian Deichstetter spielt die Orgel, Angelika Fiukowski ist Lektorin, Alina Kühn hat den Kirchdienst übernommen, Manfred Gummi überträgt nach draußen. Und Lekanka Gaiser hat für die „Kinderkirche im Wald“ eine Wasserschale vorbereitet. Was damit passiert? Sage ich nicht. Nur so viel: „Ich war’s nicht.“

Di 25.5.21, 9:03: „Ertragt einer den anderen“, so lautet ein Vers aus dem Kolosserbrief. Er beschäftigt mich zurzeit wie kein zweiter. Eigentlich, seitdem „Querdenker“ auch hier bei uns in Kladow öffentlich auftreten. Seitdem ausgerechnet vor der Dorfkirche zu Versammlungen eingeladen wird, die nicht  angemeldet sind, bei denen weder Masken getragen noch auf Abstand geachtet wird. Was aber weder Polizei noch Ordnungsamt zu interessieren scheint. Und wir als Kirchengemeinden? Ertragen die Versammlungen, ertragen auch, dass die Kirche als Kulisse für Gefahrenleugner und Wissenschaftsskeptiker herhalten soll. Das ist doch Meinungsfreiheit, oder? Ich habe an Martin Luther immer bewundert, dass er rigorosem Moralismus eine Absage erteilt und individuelle Freiheit hoch gehalten hat. Aber: Meinungsfreiheit hat Grenzen. Und meine Grenze war spätestens an dem Tag erreicht, als ich bei einer dieser Versammlungen erlebt habe, wie der Umgang mit Ungeimpften während der Pandemie gleich gesetzt worden ist mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich. Darüber hinaus haben uns immer wieder Hinweise auf Rechtsextremismus erreicht. Deshalb nun die Entscheidung, ein Zeichen zu setzen: Am kommenden Sonntag, 30. Mai, veranstalten wir um 16.30 Uhr ein Friedensgebet in der Dorfkirche. Im Anschluss daran findet die traditionelle Spandauer „Mahnwache für Toleranz und ein friedliches Miteinander – gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit“ statt.

So 23.5.21, 13:08: Das Kreuz über dem Altar war heute mit einem langen roten Tuch bis zu den Altarstufen pfingstlich geschmückt. Dazu gab es fünf Taufen im Gottesdienst. Rund 80 Besucher waren in der Schilfdachkapelle und draußen auf dem Vorplatz unter den Eichen wieder mit dabei. Das Wetter für die, die draußen waren? Nun gut, da war durchaus Luft nach oben. Doch immerhin hat es nicht geregnet. Und die gute Laune nicht wesentlich getrübt. Im Gegenteil, eigentlich war es in der Predigt heute ganz schön albern. Kurzum: Dieser Pfingstsonntag unterm Schilfdach hat Spaß gemacht. „Endlich wieder alles möglich – oder?“, lautete die Überschrift über dem Gottesdienst. Die „Predigt To Go“ in einem Satz: Wo wir neuen Atem oder eine zweite Luft bekommen, wo Hoffnung neuen Raum erhält, da ist Pfingsten. – Besonders schön finde ich ein neues Projekt, das wir heute begonnen haben. Besucher und Spaziergänger werden zukünftig „Tauffische“ an der Wand des Gemeindehauses sehen können. Rund um das bunte KiGo-Kreuz erhalten alle, die bei uns getauft werden, einen fröhlich bunt gestalteten Fisch – als Symbole für Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Und das ist nun wirklich ein pfingstlicher Gedanke! Ich hoffe, dass wir dort möglichst bald einen großen Fischschwarm haben werden. Allen frohe Pfingsten!

Fr 21.5.21, 10:11: Pfingsten, das steht für mich fest, ist ein unterschätztes Fest. Und ein „unterschenktes“ noch dazu. Jedes Kind weiß: Weihnachten und Ostern gibt es Geschenke – aber Pfingsten? „Pfingsten gibt es nichts, Pfingsten gibt es nur den Heiligen Geist“, lautet die Antwort eines Vaters auf die Frage seines Sohnes. Hm, na gut. Aber das bedeutet in unserer seltsamen Zeit, Pfingsten vor allem als Befreiungsgeschichte zu lesen. Als Anti-Geschichte, wenn man so will, gegen alle Schwere und alles Schwere. Wer das Gefühl hat, dass einem diese Pandemie immer mehr die Luft zum Atmen nimmt, für den kann Pfingsten die Gelegenheit zum Durchatmen sein. Denn: Wo Hoffnung neuen Atem bekommt, da ist Pfingsten, da ist Heiliger Geist. „Endlich wieder alles möglich – oder?“, lautet die Überschrift für unseren Gottesdienst an Pfingstsonntag. Ein Festgottesdienst soll es werden, zum Atemholen, Durchpusten und mit viel Spaß. Wir haben ein paar schöne Aktionen vorbereitet. Um 11 Uhr geht es „drinnen & draußen“ los. Catherine Fechner ist Lektorin. Die Orgel spielt Christian Deichstetter. Katrin Buchholz hat Kirchdienst. Alina Kühn ist bei der Taufliturgie dabei. Lekanka Gaiser freut sich auf alle Kinder. Und am Ende wird jeder Gottesdienstbesucher als „Hoffnungsträger*n“ in den Feiertag gehen. Mehr wird nicht verraten. Herzliche Einladung!

Di 18.5.21, 9:24: Nach mehr als einem Jahr der Pandemie bewege ich mich zu Hause nur noch wie unter alten Freunden. „Stimmt doch, Kühlfrank, oder?“, sage ich und nehme die Sahne aus dem Kühlschrank. Nein, ich wundere mich nicht darüber, dass ich begonnen habe, den Dingen andere Namen zu geben. Ich  stehe gestern Abend also an der Gerdplatte und überlege, was es zu essen geben könnte. Gefriertrude und Mirkowelle lasse ich links liegen. Heute vielleicht mal Backolaf? Später, nach dem Essen, erzähle ich meinem Freund Dirk von Messer und Gabriel. Er nennt mich albern. Aber das macht mir nichts. Darauf bin ich vorbereitet. Ich beginne also, ihm wortreich zu erklären, dass selbst Jesus symbolische Namen verwendet hat. Seinen Freund Simon nannte er bald nur noch Petrus, von Griechisch „petra“, Felsen. Und auch Jakob wurde in der biblischen Überlieferung in Israel umbenannt, Abram in Abraham und Sarai in Sara. Zugegeben, häufig ist es eher Gott, der die Macht hat, Namen zu verteilen. Aber, hey, bin ich nicht wenigstens Herr über meine Kücheneinrichtung? Am anderen Ende: Stille. Dirk hat längst aufgelegt. Keine Ahnung, warum. Dabei habe ich mich doch gerade erst so richtig warm geredet. Und überhaupt: Ein bisschen mehr Ernst täterätäte uns ganz gut.

So 16.5.21, 13:53: Regen bringt Segen, das hört man doch immer wieder. Ich habe bisher nie länger darüber nachgedacht. Aber jetzt, nach den ganzen Regentagen, kann ich nur sagen: Stimmt. Mit dem Regen kam der Segen. Und Segen, viel Segen, war in den Worten unserer Konfirmanden, die wir rund um Christi Himmelfahrt zu mehreren „Draußen-Einheiten“ versammelt hatten. Thema: Taufe. Dazu: Regen. Immer wieder: Regen. „Passt doch“, meinte irgendwann einer. Wieso, habe ich gefragt. „Na, der Regen kommt wie der Segen bei der Taufe auf uns runter.“ Schöner Gedanke, finde ich. Und was bedeutet euch die Taufe? „Dass Gottes Akzeptanz immer größer ist als unsere Fehler“, meinte Caro. Und Fabian ergänzte: „Dass Gott immer wieder zurück kommt, immer wieder.“ Ich sag’s ja –  viel Segen war in den Worten unserer Konfis. Kein Wunder, dass wir aus allen Beiträgen einen Gottesdienst gestaltet konnten, den Nicolas Budde und ich heute mit unseren Konfirmanden vor der Schilfdachkapelle gefeiert haben. Acht Jugendliche haben wir im Gottesdienst getauft. Sarah Dallimore hat dazu gesungen: „The Power of Love“. Michael Hoeldke hat sie auf dem Piano begleitet. Mehr als 90 Besucher waren dabei. Und auch sonst war alles dabei: Sonne, Regen, das ganze Leben. Schön war es. Allen einen gesegneten Sonntag!

Di 11.5.21, 11:17: Kinder sind in der Pandemie am wenigsten gefährdet, aber mit am stärksten betroffen. Ich stehe gerade in der Küche, als ich im Radio höre, wie Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes, sagt: „Kinder werden seit Monaten diskriminiert.“ Hm, überlege ich, starke Worte. Doch: Kinder sind die am häufigsten getestete Bevölkerungsgruppe. An den Schulen besteht Pflicht. In der Wirtschaft nicht. Warum? „Was Kinder anbetrifft, hat unsere Regierung versagt“, meint Peter Dabrock, ehemaliger Vorsitzender des Ethikrates. Und mir fällt ein, wie gerade erst Familien aus Urlaubsregionen ausgeschlossen worden sind, aber zeitgleich – „um den Sommer zu retten“ – der Impfabstand für hauptsächlich Ältere verkürzt wurde. „Erst impfen sie ihre Wähler, jetzt privilegieren sie ihre Wähler“, sagt ein Vater aus unserer Kita heute zu mir. Wirklich? Leider können wir uns als Kirchengemeinden nicht wirklich  auf die Schulter klopfen. Auch bei uns müssen Kinder auf vieles verzichten. Aber umso mehr freue ich mich auf die nächsten Tage. Vor uns liegen gleich mehrere Konfi-Einheiten. Außerdem feiern wir an Christi Himmelfahrt um 10.30 Uhr vor der Dorfkirche Familiengottesdienst. Und für Sonntag bereiten Jugendliche den Gemeindegottesdienst um 11 Uhr vor der Schilfdachkapelle vor, in dem mehrere Konfis getauft werden. Herzliche Einladung also, wenn es bei uns heißt: „Kinder zuerst“.

So 9.5.21, 13:18: Das war für mich heute auch eine Premiere. Ein  Gottesdienst, ganz im Zeichen des Muttertags. Im Rückblick würde würde ich nun sagen: Schön war es. Und noch dazu gut besucht. Deutlich mehr Besucher waren diesmal allerdings draußen auf dem Vorplatz als drinnen in der Schilfdachkapelle. Nun, kein Wunder bei diesem Wetter. Bei Sonnenschein und 25 Grad waren trotz vieler Feiertagsausflüge heute wieder mehr als 70 Besucher dabei. In der Predigt wurde es heute persönlich. Für viele auch emotional. Mutterbeziehungen war das Thema – und was Kinderglauben und erwachsene Gottesbeziehungen damit zu tun haben könnten. Apropos Kinderglauben: Die Kinder haben sich in der „Kirche im Wald“ ebenfalls mit Müttergeschichten in der Bibel beschäftigt. „Dazu haben wir Sonnenblumen in Eierkartons gepflanzt und eine aufklappbare Blume gebastelt, die wir mit Segenssprüchen versehen haben“, so Lekanka Gaiser, unsere Beauftragte für die Arbeit mit Kindern. Besonders gefreut habe ich mich, dass uns Brigitte und Rüdiger Ahlfeldt zahlreiche in Heimarbeit entstandene Kerzenherzen aus Holz zur Verfügung gestellt haben. Nach dem Gottesdienst hat Peggy Trommer sie gegen eine Spende ausgegeben. Ihre Beobachtung: Der eine oder andere war doch erleichtert, noch auf den letzten Drücker einen so schönen Muttertagsgruß bekommen zu haben. In diesem Sinne: Allen einen gesegneten Muttertag!

Fr 7.5.21, 10:42: „Mütter“, ein kurzes Wort nur, sechs Buchstaben, und doch die ganze Welt der Gefühle. Sonntag ist Muttertag. Aber diesmal ist manches anders. „Ich wünsche mir keine Blumen, sondern einen Impftermin“, sagt mir heute Morgen vor der Schule eine Mutter. Sie lacht. Und ich denke: Schön, wenn man trotzdem lachen kann. Also wollen auch wir mit guter Laune am Sonntag einen Gottesdienst zum Muttertag feiern. In den Lesungen wird es um Müttergeschichten aus der Bibel gehen, in der Predigt um Mütter im Allgemeinen und um eine Mutter im Besonderen. Apropos, sie ist oben auf dem Foto zu sehen. Es ist meine Mutter. Mal schauen, wie das wird. Das Wetter soll auch mitspielen, 26 Grad sind angekündigt. Und das möchte ich gerne glauben, wenn ich aus dem Fenster schaue. Gerade schneit es wie verrückt… Manfred Gummi überträgt jedenfalls nach draußen. Michael Hoeldke begleitet den Gottesdienst musikalisch. Julia Grieb ist Lektorin. Angeli Wicke hat Kirchdienst. Lekanka Gaiser hat sich eine schöne  Kinderaktion ausgedacht. Peggy Trommer ist mit Neuzugängen aus der „Kollektion Schilfdach“ dabei. Ach so, und wer noch ein Mitbringsel für den Muttertag braucht – da hätten wir was aus Holz und in Herzform. Aber ich verrate noch nicht, was es ist. Herzliche Einladung!

Di 4.5.21, 10:41: Der Blick am Morgen auf die Waage hat mir kürzlich eine unschöne Erinnerung verschafft. An das vergangene Jahr, als ich dachte: Der Sommer ist zwar schön, aber er kommt sieben Kilos zu früh. Nein, das passiert mir nicht noch mal, habe ich deshalb beschlossen. Und heute gleich nach dem Aufstehen mit Liegestützen begonnen. Aber, nun, was soll ich sagen? Liegen kann ich, Stützen nicht. Das ist die Lage, und die Lage ist nicht schön, dachte ich, während im Hintergrund über die Weltlage im Radio gesprochen wurde. Und ich mich weiterhin mit zitternden Armen in Schieflage befand. Welche Beschlusslage das nun haben sollte, war mir nicht klar. Jedenfalls befreite mich aus dieser Gemengelage zum Glück eine Stimme aus der Küche: „Papa, Frühstück.“ So ähnlich muss sich der Prophet Elia gefühlt haben, als er müde und erschöpft in der Wüste lag, bis ihn eine Stimme rief: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ Plötzlich stellte sich meine Lage auch ganz anders dar. Ich stand auf und dachte über meinen Weg durch den Tag nach. Da würde mir Stärkung ebenfalls gut tun. Und ein Blick aus dem Fenster sagte mir: Der Sommer lässt sowieso noch auf sich warten.

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